Das Pusteblumenkind stieg also die Wolkenleiter herab, die Urula mit ihrer Pfeife gepafft hatte. Das Pusteblumenkind sollte der Riesen kleines Hirn überzeugen. Zwar waren Riesen wahrlich riesige Wesen, aber im Verhältnis ihrer Größe hatten sie nur ein sehr kleines Hirn, sogar kleiner als das vom Pusteblumenzwerg Arana. Nun ja, Riesen hatte eben ein bisschen wenig Hirn bei der Erschaffung von Erdenland erhalten. Aber auch ihr Herzschlag reichte nicht an das der Herzzwerge heran. Hier Herz schlug nur einmal die Stunde, das der Zworgen hingegen war ein Kolibrigewitter und schwirrte nur so vor Liebesglück. Wenn den Riesen hingegen jemand nicht gefiel, so zögerten sie keinen Moment diesen jemand zu verspeisen. Scheussliche Menschen schmeckten ihnen am besten, vor allem wenn sie Angst hatten oder wütend waren.
Arana, ängstlich aufgeregt, gelangte in das Tal vor dem Berg. Wo aber waren nur die Riesen? Sie wanderte die Wege des Tals auf und ab und suchte zwischen den Bergen.
Arana trifft das rollende Gestrüppwesen. Die Gestrüpper hatten eine kleine Welt von Lianen und Pflanzen aufgebaut und wunderten sich, warum sich ein Kind mit seinem kleinen Schwert durch sie hindurch schlagen wollte.
Da forderte sie ein Steinmaurer zu einem Steinfitschwettkampf.
Als sie also den Stein im Wettkampf über das Wasser fitschte und 20 Fitsche zählte, da raunte es durch den Berge. Die Erde bebte und es taten sich Spalten auf, die Arana verschlingen wollten. Der Berg war ein riesiger Riese, und ihre Spaziergänge führten sie über seinen Bauch, Brustkorb und Beine. Der Riese stieg aus seinem Schlaf und raunte: Warum störst du kelines Wesen mich. Es war ein einäugiger Riese und er brüllte zum Menschenkind: "Du bist gar zu klein, um zwischen meinen Fingern zerdrückt zu werden".
Der Riese schlägt auf die Landschaft ein und es entstehen fürchterliche Erdbeben und Vulkane brechen aus.
Da sprang das Menschenkind von seinen Schultern in sein Ohr, trat hinter die Pupillen und malte ihm göttliche Zeichen in den Blick.
Der Riese wurde besänftigt und doch entdeckte Arana eine kleine, weitere Öffnung in der Höhle und sie entdeckte einen Zworg in einer Schaltzentrale.
Auch der Riese war ein Zworg?
Da taumelte der Riese und versprach dem Menschenkind bei einem göttlichen Schwur ihm immer dienen zu wollen. Es müsse ihn nur rufen.
[...]
Und da rief das Menschenkind die Riesen herbei. Sobald es seinen Ruf gerufen, da standen am Horizont Schatten wie Berge auf und ein fürchterliches Grollen ging durch die Landschaft. Wir kommen dir zur Hilfe rief es von den Horizonten her.
Freitag, 28. November 2014
Das Schmieden der Schwerter (Übertragen)
Anell entgegnete: "Aba erzähl mir die Wahrheit"
Aba runzelte die Stirn: "Du siehst doch, dass ich in meiner Morgenübung bin."
Anell: "Erzähl mir keine deiner Geschichten. Ich muss die Wahrheit wissen!"
Aba: "Anell, Um den Feind zu besiegen, müssen wir erst den Feind in uns besiegen."
Aba Zworg machte keinen Frühsports. Stattdessen kämpfte er jeden Morgen mit sich selbst. Er begann den Tag damit, einmal den Feind in sich selbst zu besiegen. Anell wusste das, aber sie hielt es mittlerweile für eine seiner Ausreden.
"Als die Zworgs begannen Schwerter zu tragen, da war es für diese Welt zu spät. Das Schwert kennt keine Helden."
Anell: "Aba, aber die Stämme der Schworgs sind so wenig geworden. Ihre Natur wird von den Eisenhütten der Menschen verdrängt. Nur noch selten finden wir die Tiergötter. Zumeist sind die Götter Untertan. Ein ganzes Tierreich wurde gestürzt. Die Freiheit der Natur verschwindet. Wenn die Freiheit der Natur verschwindet, dann verschwindet auch die Freiheit der Menschen."
Aba: "Menschen wollen so viel Freiheit, dass sie dafür gar ihre eigene Freiheit riskieren. Der Mensch vernichtet seine vermeintlichen Feinde und doch merkt er nicht, wie sehr er dabei sich selbst tötet."
Aba runzelte die Stirn: "Du siehst doch, dass ich in meiner Morgenübung bin."
Anell: "Erzähl mir keine deiner Geschichten. Ich muss die Wahrheit wissen!"
Aba: "Anell, Um den Feind zu besiegen, müssen wir erst den Feind in uns besiegen."
Aba Zworg machte keinen Frühsports. Stattdessen kämpfte er jeden Morgen mit sich selbst. Er begann den Tag damit, einmal den Feind in sich selbst zu besiegen. Anell wusste das, aber sie hielt es mittlerweile für eine seiner Ausreden.
"Als die Zworgs begannen Schwerter zu tragen, da war es für diese Welt zu spät. Das Schwert kennt keine Helden."
Anell: "Aba, aber die Stämme der Schworgs sind so wenig geworden. Ihre Natur wird von den Eisenhütten der Menschen verdrängt. Nur noch selten finden wir die Tiergötter. Zumeist sind die Götter Untertan. Ein ganzes Tierreich wurde gestürzt. Die Freiheit der Natur verschwindet. Wenn die Freiheit der Natur verschwindet, dann verschwindet auch die Freiheit der Menschen."
Aba: "Menschen wollen so viel Freiheit, dass sie dafür gar ihre eigene Freiheit riskieren. Der Mensch vernichtet seine vermeintlichen Feinde und doch merkt er nicht, wie sehr er dabei sich selbst tötet."
Die Legende der Schworgs (übertragen)
Wie wir auch immer die Geschichte der Schworgs erzählen, wir erzählen sie aus verschiedenen Perspektiven, denn obwohl es die Schworgs tatsächlich gibt, so sind sie für ein Kind niedliche Zwergenkämpfer, für einen Erwachsenen aber Phantasiegestalten, die unter der Last des Ernstes fast verschwinden. Die Welt der Schworgs ist eine Parallelwelt in unserer Welt, eine kleine dimensionale Anomalie. Sie ist so etwas wie die Freiheit in uns. Ach, ich weiß das ist schon so kompliziert, aber so wie alles einen Grund hat, so sind wir doch selbst nichts, was einen Grund hat. Wir sind einfach, wir sind frei. Und in dieser Freiheit liegt auch die Parallelwelt der Schworgs. Wir leben mit ihnen und sie mit uns, sie sind der eigentliche Grund, warum diese Welt ist.
Natürlich sind sie auch den Gewalten ausgesetzt, die diese Welt zersetzen und so wie wir mit unserer Freiheit verschwinden können, so werden zuerst die Schworgs verschwinden und dann wir.
Natürlich sind sie auch den Gewalten ausgesetzt, die diese Welt zersetzen und so wie wir mit unserer Freiheit verschwinden können, so werden zuerst die Schworgs verschwinden und dann wir.
Von den Abenteuern Übertragen
Anell und ihre Bande waren in der Wüste gestrandet. Windstill, der Pusteblumenballon nahm keine Fahrt mehr auf.
Schon drückte die Sonne auf unsere Abenteurer.
Wie sollte sie also die drückende Hitze ohne weiteres Wasser überleben? Da sah sie den Propheten auf einer Säule stehen.
Nachdem Anell verstanden hatte, wie sie ihren Durst kontrollierte, sprachen sie:
"Aber wer sind die Zworgs?" fragte die Prinzessin den Propheten.
"Zworgs wollen das Abenteuer erleben, jedenfalls brennt es in den Gedanken eines jeden von ihnen heiß wie Lavagestein. Ihre Wünsche sind ein Vulkan, doch zugleich sind sie das beständige Wesen der Natur. Zworgs sind Doppelwesen gefangen zwischen den Gezeiten der Natur, einem unbändigen Verlangen und einer verbleibenden Ruhe. Sie sind ein Orkan und ein sanfter Sommerwind zugleich. Zworgs sind das Pendel der Natur und damit der Grund, warum wir fürchten und nach Liebe suchen, Liebe finden und uns wieder verlieren."
Die Pusteblumenprinzessin war enttäuscht. Sollten die Zworgs etwa der Grund sein, warum sie bereits verloren zur Welt kam? Sie fragte also den Propheten: "Haben die Zworgs mir ein Leid angetan?"
Der Prophet aber blickte von seiner Säule auf sie hinab und antwortete:
"Wer weiß, was die Welt am Ende zusammen hält? Ich kann nur sagen, die Elemente verwandeln sich in ihnen. Wenn ein zartes Menschenwesen zu ihnen kommt, dann sind sie ganz ihr Herzschlag. Doch sieh, dann müssen sie hinaus in die Welt und schon ist ihnen das erwünschte Abenteuer der Grund genug, sich zurück nach der Ruhe zu sehnen. Es gibt keinen Halt, sondern nur das Haltlose."
Anell war gefangen in einer Zwischenwelt, soviel verstand sie. Die Menschen konnten sie nicht sehen und sie konnte keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen, es war als lebten sie nebeneinander. Wenn das aber wahr war, warum hatten die Zworgs dann Angst von ihnen entdeckt zu werden.
Menschen bauten Apparate, die den Zworgs den Lebensraum, die Natur, das Geistwesen nahmen und in ihnen kamen sie um.
Schon drückte die Sonne auf unsere Abenteurer.
Wie sollte sie also die drückende Hitze ohne weiteres Wasser überleben? Da sah sie den Propheten auf einer Säule stehen.
Nachdem Anell verstanden hatte, wie sie ihren Durst kontrollierte, sprachen sie:
"Aber wer sind die Zworgs?" fragte die Prinzessin den Propheten.
"Zworgs wollen das Abenteuer erleben, jedenfalls brennt es in den Gedanken eines jeden von ihnen heiß wie Lavagestein. Ihre Wünsche sind ein Vulkan, doch zugleich sind sie das beständige Wesen der Natur. Zworgs sind Doppelwesen gefangen zwischen den Gezeiten der Natur, einem unbändigen Verlangen und einer verbleibenden Ruhe. Sie sind ein Orkan und ein sanfter Sommerwind zugleich. Zworgs sind das Pendel der Natur und damit der Grund, warum wir fürchten und nach Liebe suchen, Liebe finden und uns wieder verlieren."
Die Pusteblumenprinzessin war enttäuscht. Sollten die Zworgs etwa der Grund sein, warum sie bereits verloren zur Welt kam? Sie fragte also den Propheten: "Haben die Zworgs mir ein Leid angetan?"
Der Prophet aber blickte von seiner Säule auf sie hinab und antwortete:
"Wer weiß, was die Welt am Ende zusammen hält? Ich kann nur sagen, die Elemente verwandeln sich in ihnen. Wenn ein zartes Menschenwesen zu ihnen kommt, dann sind sie ganz ihr Herzschlag. Doch sieh, dann müssen sie hinaus in die Welt und schon ist ihnen das erwünschte Abenteuer der Grund genug, sich zurück nach der Ruhe zu sehnen. Es gibt keinen Halt, sondern nur das Haltlose."
Anell war gefangen in einer Zwischenwelt, soviel verstand sie. Die Menschen konnten sie nicht sehen und sie konnte keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen, es war als lebten sie nebeneinander. Wenn das aber wahr war, warum hatten die Zworgs dann Angst von ihnen entdeckt zu werden.
Menschen bauten Apparate, die den Zworgs den Lebensraum, die Natur, das Geistwesen nahmen und in ihnen kamen sie um.
Die Legende der Schwerter
"Nimm das Schwert" sprach Meister Kobashi zu seinem Schüler Azuma. Azuma tat wie ihm geheißen, doch schon war er entwaffnet.
Sonntag, 23. November 2014
Das Schmieden des Schwertes Übertragen
Das fliegende Dorf
Erzähl nochmal wie es war:
Aba Zworg antwortete mit seiner väterlichen Erzählstimme: "Es war eine langwährende Reise zu den Grenzen der Welt, zu den Grenzen der Menschen, Anell. So wie jetzt war es ein Abenteuer."
Das fliegende Dorf der Naturzauberwesen rauschte über Baumwipfel hinweg. Eine weite Reise durch die Welt, doch auch über die Welt hinweg, über die Zeiten und Räume hinaus.
"Auf, Auf zur Unendlichkeit" rief Krimaton, der mit Aba und Anell am äußeren Rand des Dorfes stand und dem entgegenkommenden Horizont entgegensehnte.
Aba Zworg erklärte: Sie haben sich schon immer einem Abenteuer entgegengesehtn, waren aber zu schüchtern das Dorf zu verlassen. Ein fliegendes Dorf, das Glück jedes Reisenden."
Allen war klar, dort wo der Horizont dunkel wurde, konnten die Zworgs und das Menschenkind nicht bleiben. Es war eine alte Weisheit der Ahnen, die Aba zitierte:
"Wenn die Welt beginnt um dich zu stürmen, dann musst du der ruhigste Punkt der Welt werden."
So also flog das Zworgendorf beständig mit den Kristallkernen von Muramix durch die Welt. Sie flogen über Wiesen und Wälder, über Flüsse und Seen, über Felder und Hügel, sie flogen über die Gipfel der Welt, immer auf der Flucht vor der Ungewissheit, die wie ein dunkler Horizont in ihre Herzen schaute.
Während dieser Reise bauten sie mehr und mehr Gerätschaften, Flugroboter, Rüstungen, Werkzeuge, doch sie machten auch Freundschaften mit den verschiedensten Tieren der Welt.
Sie flogen über Asirien und machten Bekanntschaft mit Löwen, Elefanten, die Anell auch reiten durfte, sie sahen riesige Schlangen, Anacondas in den Regenwäldern des Agadonas. Sie flogen mit den Adlern über das kalte Katalayagebirge und grüßten den Yeti, einen alten Freund von Aba Zworg. Anell nahm alles mit ihren Augen auf und sah so die Weite der Welt. Nur die Menschen mieden die Zworgs und blieben vor ihnen im Verborgenen. Anell, aber war zu klein, um als Mensch zu zählen und so lebte sie zwischen den Zworgs eine fröhliche Zeit als würde ihr nichts fehlen.
Die kleine Anell wuchs heran und Aba Zworg lehrte sie alle Geheimnisse, die er kannte.
"Die Zworgs," so berichtete er einst "sind das Prinzip der Bewegung in der Natur, der Grund, warum das Herz eines kleinen Menschen anfängt zu schlagen und der Grund, warum sich die Dinge um uns bewegen."
Die dreijährige Anell fragte bald schon: "Und warum bewegen sich die Dinge?"
"Damit Herzen schlagen und lieben dürfen, Anell. Es kam vom großen Einhorn."
Anell war überzeugt von Einhörnern und ihre Phantasie wurden so zum Ausdruck für alle Dinge, um sie herum. Das kleine Menschenbündel wuchs schnell in dem fliegenden Dorf, dass durch die Gesträuche der Welt vagabundierte. Und für sie gab es jeden Tag neue Landschaften zu entdecken, doch gleichzeitig merkte sie, dass ein Teil ihres Herzens fehlte.
"Menschen wünschen sich am meisten Liebe" erklärte ihr Aba. "Was ist das?" fragte Anell. "Liebe? Ich glaube das ist so etwas wie Nähe, so dass die Dinge nicht auseinanderfallen."
Doch zwischen den Menschen war es auch immer Welt, die zwischen ihnen stand. Auch wenn alle Zworgs bei ihr waren, fühlte sich Anell oftmals furchtbar einsam, denn sie kannte ihre wirkliche Herkunft nicht und obwohl Aba Zworg sonst alles wusste, so wusste er keine Antwort auf die Frage, warum menschliche Herzen schlagen und lieben sollten. Und so flogen sie weiter durch die Gefilde in der Hoffnung, dass sie nicht von den Traumfängergeistern gefangen werden und für Anell ihr Glück finden würden.
Abends als Aba Zworg allein war, wälzte er Bücher, um eine Lösung zu findne und er wusste, sie mussten zu Muskelus, dem Traumschmied, aber überall wo sie hinkamen, waren die Träume bereits verschwunden. Er schaute selten zu den Menschen, aber wenn er doch einen aus der Ferne sah, so entdeckte er eine neue Einsamkeit in ihnen, eine Einsamkeit, die ihm früher nicht auffiel und auch die selbe Einsamkeit in Anell machte ihn traurig.
Die Welt veränderte sich und Aba wusste nicht warum. Vielleicht hatte es etwas mit "Liebe" zu tun.
Die Suche
Sie suchten lange und als Anell drei Jahre alt war fanden sie endlich Musculus, den Traumschmied. Die Welt war für ihn ein Amboss und mit der Liebe schmiedete er darauf die Träume. Er schlug alles aus den Sternen herunter und brach es in Träume.
Wünsche fallen nicht einfach vom Himmel, auch wenn sie in den Sternen liegen, so müssen sie doch erst in die richtige Form in uns kommen und das konnte Musculus.
Doch die Traumfängergeister fingen diese Wünsche.
Ich will dem kleinen Mädchen ein Schwert der Wünsche schmieden, denn sie träumt heldenhaft zu sein.
Um das Zauberschwert zu schmieden, brauchen wir verschiedene Zutaten.
Ihr müsst mir Lavagestein aus einem Vulkan bringen und Erze von den Trollen, ihr müsst Wasser von der See holen und ihr müsst durch verschiedene Länder reisen. Seid ihr sicher, dass ihr das könntet?
Erzähl nochmal wie es war:
Aba Zworg antwortete mit seiner väterlichen Erzählstimme: "Es war eine langwährende Reise zu den Grenzen der Welt, zu den Grenzen der Menschen, Anell. So wie jetzt war es ein Abenteuer."
Das fliegende Dorf der Naturzauberwesen rauschte über Baumwipfel hinweg. Eine weite Reise durch die Welt, doch auch über die Welt hinweg, über die Zeiten und Räume hinaus.
"Auf, Auf zur Unendlichkeit" rief Krimaton, der mit Aba und Anell am äußeren Rand des Dorfes stand und dem entgegenkommenden Horizont entgegensehnte.
Aba Zworg erklärte: Sie haben sich schon immer einem Abenteuer entgegengesehtn, waren aber zu schüchtern das Dorf zu verlassen. Ein fliegendes Dorf, das Glück jedes Reisenden."
Allen war klar, dort wo der Horizont dunkel wurde, konnten die Zworgs und das Menschenkind nicht bleiben. Es war eine alte Weisheit der Ahnen, die Aba zitierte:
"Wenn die Welt beginnt um dich zu stürmen, dann musst du der ruhigste Punkt der Welt werden."
So also flog das Zworgendorf beständig mit den Kristallkernen von Muramix durch die Welt. Sie flogen über Wiesen und Wälder, über Flüsse und Seen, über Felder und Hügel, sie flogen über die Gipfel der Welt, immer auf der Flucht vor der Ungewissheit, die wie ein dunkler Horizont in ihre Herzen schaute.
Während dieser Reise bauten sie mehr und mehr Gerätschaften, Flugroboter, Rüstungen, Werkzeuge, doch sie machten auch Freundschaften mit den verschiedensten Tieren der Welt.
Sie flogen über Asirien und machten Bekanntschaft mit Löwen, Elefanten, die Anell auch reiten durfte, sie sahen riesige Schlangen, Anacondas in den Regenwäldern des Agadonas. Sie flogen mit den Adlern über das kalte Katalayagebirge und grüßten den Yeti, einen alten Freund von Aba Zworg. Anell nahm alles mit ihren Augen auf und sah so die Weite der Welt. Nur die Menschen mieden die Zworgs und blieben vor ihnen im Verborgenen. Anell, aber war zu klein, um als Mensch zu zählen und so lebte sie zwischen den Zworgs eine fröhliche Zeit als würde ihr nichts fehlen.
Die kleine Anell wuchs heran und Aba Zworg lehrte sie alle Geheimnisse, die er kannte.
Die dreijährige Anell fragte bald schon: "Und warum bewegen sich die Dinge?"
"Damit Herzen schlagen und lieben dürfen, Anell. Es kam vom großen Einhorn."
Anell war überzeugt von Einhörnern und ihre Phantasie wurden so zum Ausdruck für alle Dinge, um sie herum. Das kleine Menschenbündel wuchs schnell in dem fliegenden Dorf, dass durch die Gesträuche der Welt vagabundierte. Und für sie gab es jeden Tag neue Landschaften zu entdecken, doch gleichzeitig merkte sie, dass ein Teil ihres Herzens fehlte.
"Menschen wünschen sich am meisten Liebe" erklärte ihr Aba. "Was ist das?" fragte Anell. "Liebe? Ich glaube das ist so etwas wie Nähe, so dass die Dinge nicht auseinanderfallen."
Doch zwischen den Menschen war es auch immer Welt, die zwischen ihnen stand. Auch wenn alle Zworgs bei ihr waren, fühlte sich Anell oftmals furchtbar einsam, denn sie kannte ihre wirkliche Herkunft nicht und obwohl Aba Zworg sonst alles wusste, so wusste er keine Antwort auf die Frage, warum menschliche Herzen schlagen und lieben sollten. Und so flogen sie weiter durch die Gefilde in der Hoffnung, dass sie nicht von den Traumfängergeistern gefangen werden und für Anell ihr Glück finden würden.
Abends als Aba Zworg allein war, wälzte er Bücher, um eine Lösung zu findne und er wusste, sie mussten zu Muskelus, dem Traumschmied, aber überall wo sie hinkamen, waren die Träume bereits verschwunden. Er schaute selten zu den Menschen, aber wenn er doch einen aus der Ferne sah, so entdeckte er eine neue Einsamkeit in ihnen, eine Einsamkeit, die ihm früher nicht auffiel und auch die selbe Einsamkeit in Anell machte ihn traurig.
Die Welt veränderte sich und Aba wusste nicht warum. Vielleicht hatte es etwas mit "Liebe" zu tun.
Die Suche
Sie suchten lange und als Anell drei Jahre alt war fanden sie endlich Musculus, den Traumschmied. Die Welt war für ihn ein Amboss und mit der Liebe schmiedete er darauf die Träume. Er schlug alles aus den Sternen herunter und brach es in Träume.
Wünsche fallen nicht einfach vom Himmel, auch wenn sie in den Sternen liegen, so müssen sie doch erst in die richtige Form in uns kommen und das konnte Musculus.
Doch die Traumfängergeister fingen diese Wünsche.
Ich will dem kleinen Mädchen ein Schwert der Wünsche schmieden, denn sie träumt heldenhaft zu sein.
Um das Zauberschwert zu schmieden, brauchen wir verschiedene Zutaten.
Ihr müsst mir Lavagestein aus einem Vulkan bringen und Erze von den Trollen, ihr müsst Wasser von der See holen und ihr müsst durch verschiedene Länder reisen. Seid ihr sicher, dass ihr das könntet?
Sonntag, 2. November 2014
Angriff der Traumfängergeister (übertragen)
Nachdem sich das Entsetzen über Urulas Zauberglaskugel bei den Zworgs gelegt hatte, schaute die Alte aus ihrem faltigen Gesicht zu Aba. Anell war bereits eingeschlafen und wiegte in einem Bett aus Pusteblumensamen auf ihrem Turm. Der alte Zworg aber strich durch seinen Butterblumenbart und murmelte: "Putzbitzzworg, ich muss zu ihm."
Urula verstand und sagte zu ihm: "Geh du nur! Ich muss herausfinden, was es mit diesem Drachen auf sich hat. Ich will zu den dunklen Horizonten aufbrechen. Aber ich fürchte es ist...
"Sprich nicht seinen Namen" unterbrach Aba und im gleichen Atemzug rauschte der Wind heulend durch die Bäume:
"Wir wollen nicht, dass er seinen Namen hört, denn er hört ihn durch alle Welten hindurch und wir sollten diesen Teufel nicht in Flammenschrift an die Wände malen."
Kaum hatte Aba den Satz beendet, da war Urula schon auf ihrer dreckigen Taube in die Lüfte gestiegen. Aba Zworg sah wie sie Richtung des dunklen Horizonts flog und schaute dann hoch zu den Sternen.
"Beim großen Einhornsternenstaub, ich muss zu Putzbitz!" murmelte er noch einmal.
Putzbitz, der große Konstrukteur
Putzbitz hatte das Pusteblumenbett und den hohen Turm vom Menschenkind bereits mit seinen Maschinen gebaut. Aba mochte das nicht, denn die Zworgen waren Natur und wollten nicht, dass zwischen ihnen und der Natur eine Maschine die Dinge bestellt. Aber alles, was Putzbitz baute war für die Natur, deswegen sah Aba nicht die Probleme, die daraus noch für die Zworgs entstehen würden.
Putzbitz erdachte alle möglichen Konstruktionen, indem er den Zauber der Welt für sich zu Nutze machte. Zudem wusste niemand mehr wie Putzbitzzworg aussah, denn vor 200 Jahren war er in diesen Roboter gestiegen. Dieses Ungetüm aus fein zusammengedrehten, gelenkigen, nie austrocknenden Blättern hatte allerlei Arme, genauso viele Arme wie ein Tausendfüßler Füße hat. Mit diesen Armen baute und schraubte Putzbitz den ganzen Tag an mehreren Konstruktionen gleichzeitig.
Aba trat also in seinen Maschinenjungel. Er strich ein paar Lianenkabel beiseite und rief und erzählte Putzbitz das Problem. Dieser aber entgegnete in seiner eigenen Art durch seine roboterartige Stimme:
"Ich habe keinen Krieg mehr in mir. Weder mit Göttern, noch mit Menschen. Ich baue an einer Maschine, die keinen Sinn mehr hat, außer eine Maschine in Vollendung zu sein, besser als diese Welt."
Da stolperte sein Assistent Krodozu in die Halle aus Blattwerk- und Holzmaschinen. Er stieß ein paar Gerätschaften um, die sich sofort in Flammen entzündeten. Die automatischen Wasserwerfer löschten das Feuer sofor, aber Putzbitz veränderte schlagartig sein Wesen in Wut auf seinen ewig tollpatschigen Assistenten.
"Himmel-Ar und Zwirn, beim Bleischei der Einhörner, warum habe ich dich nur als Assistenten."
Aba wusste, dass Putzbitz mehr als ein Maschinenkonstrukteur war. Er wollte sich das Antlitz eines genialen Wissenschaftlers geben, der nur für die Maschinen lebte und ihre Schönheit entdecken wollte. Dennoch war er niemals ganz Maschine geworden, er hatte dies nur um seine schreckliche Vergangenheit zu verarbeiten. Er glaubte als Roboter würde er seine Gefühle überwinden und vergessen können. Aba Zworg erinnerte ihn daher an ein Versprechen:
"Du weißt doch noch, was du mir damals auf den Anoa-Höhen versprochen hattest, als ich dir..."
Putzbitz unterbrach ihn:
"Bitte, erinnere mich nicht an eine vergangene Zeit, die nur Leid bedeutet. Wir haben damals viel verloren und wir werden es wieder. Dennoch weißt du, dass ich ein Versprechen nicht brechen kann."
Aba führte weiter aus: "Und du weißt auch, welchen Plan für damals ersannen, falls etwas ähnliches wieder geschehen würde. Wie weit bist du mit den Vorbereitungen?"
"Wir sind bereit entgegnete er" und winkte Kroduzu herüber.
Eine gute Idee, denn die Zworgs konnten nicht wieder ohne ihre Heimat gehen. Sie waren einst von den Menschen aus den meisten Gefilden vertrieben worden. Jeder Zworg hatte damals Land so groß wie ein Land. Doch dann als die Menschen kamen, da mussten sie gehen, weil bekam ein Mensch einen Zworg zu Gesicht, so konnte es passieren, dass sich der Zworg sogleich in die Winde der Natur auflöste. Denn genau benommen waren die Zworgs die Natur oder noch genauer das Prinzip der Bewegung, was Natur ist. Menschen aber waren zuweilen unberechenbar und zerstörten diese Natur mit Freiheit, obwohl Freiheit eigentlich auch Natur war. Irgendwie aber, und das verstand Aba Zworg nie so richtig, fielen die Menschen immer wieder innerlich in Streit und diesen Streit trugen sie in die Welt.
"Baue auch ein Katapult, eines der größten Katapulte, die du bisher gebaut hast." sagte er zu Putzbitz.
Putzbitz wollte nicht daran denken, dass die Zworgs wirklich Waffen bauen sollten, denn er war ein Liebhaber der Harmonie, aber zurück in der Werkstatt tat er, wie ihm geheißen. Er rief Muramix, den Dorfalchemisten. Muramix wusste, wie man das Gestein und die Säfte der Natur vermischt, doch er war sehr geheimnisvoll und er tüfftelte immer über seinen Zaubertränken. Einmal hatte er einen Fehler gemacht, seitdem war seine rechte Körperhälfte unsichtbar und die andere Hälfte grün wie eine rote Kuh. Farbenblind war er dabei übrigens auch geworden. Muramix schickte die fleißigen Kristallameisen los die Zutaten für Schwebekristalle zu sammeln und Putzbitz machte sich auf in den Wald, um das Katapult zu bauen.
Deswegen ging Aba Zwarg zu Aulius ins Tal hinter dem Dorf. Aulius hatte ein rauhes, kantiges Gesicht, denn sein Gesicht war aus Felsen gemacht. Er war der Meister der Steine und einer der letzten Erd-Krieger. Er war aus Stein, weil Steine alles beschützen. Sie waren, sind und werden die verlässlichsten Dinge der Welt sein. Zudem hatte er auch wie Steine keine Angst.
"Ein Kampf für die Welt..." sprach er mit Pathos "davon habe ich immer geträumt. Ich will zeigen, dass ich das verlässlichste Element von allen bilde: Die Erde!"
Aba Zworg runzelte die Stirn, aber er befahl, dass sich für den Start die Wächterzworg formieren sollten. Da jaulte der gepanzerte Hamster von Aulius auf und Aulius ritt los, um das Kleintierreich zu versammeln.
Als erstes sprach Auliaus zu Hekares dem Herr der Tugenden, einem Krieger des Schattens und einem Schleicher: "Wir werden heute eine große Schlacht kämpfen." Hekares rieb sich die Hände, dabei hatten die Zworgs noch nie eine Schlacht geschlagen.
Beide gingen zum Herr. Ihre Wächter-Zworgs bestiegen sogleich Hunde, Meerschweinchen, Wellensittiche, Feldmäuse, Fledermäuse, Hamster und alles Getier, was sich einigermaßen miteinander vertrug. Zudem machten sich die Bienenreiter auf den Weg und versammelten sich im Tal. Es war eine Armee der Tiere die nicht mit Zügellosigkeit drohten anderen Tiere zu verspeisen wie zum Beispiel Menschen.
Schon ritten alle in riesigen Formationen und füllten das gesamte Tal hinter dem Dorf. Aba Zworg blickte vom Turm mit dem Pusteblumenkind auf dem Arm hinab und er dachte über sein Zworgenvolk nach:
Wie alle magischen Wesen waren die Zworgs schon immer in der Welt gewesen. Sie waren die Seele der Natur und hielten seit langem ihr Gleichgewicht, jenes Gleichgewicht, das für alle Lebewesen Leben bedeutete. Nachdem das große Einhorn der Welt die Wünsche gegeben hatte, brachten die Zworgs den Seelen Bewegung, und den hoffenden Seelen den Ausgleich und Trost. Ja, sie brauchten Ausgleich und Trost damit sie vor Wünschen nicht vergingen.
Ohne die Zworgs wäre die Welt in Traurigkeit verloren und Aba Zworg wollte aus diesem Grund in keinen Krieg, denn der Krieg war das Gegenteil der guten Hoffnung.
Er hoffte, dass bei dem großen Einhorn diese Welt ihnen noch Schutz bieten würde. Und er erinnerte sich an die Worte des großen Einhorns "Fantasia": "Solange Menschen Wünsche haben, seid ihr das Prinzip des Ausgleichs und so lange gibt es keine Einsamkeit". Doch Aba Zworg hatte schon seit langem das Gefühl, dass der dunkle Horizont größer wurde und die Wünsche durch Gier ersetzt wurden. Vielleicht war diese Welt doch nicht ewig, wie es einst das große Einhorn voraussagte. Vielleicht war die Welt doch nicht ewig so wie er schon immer lebte,
Da blickte Aba Zworg wieder in den Horizon und das Menschenkind begann zu schluchzen. Wie Gier breitete sich der dunkle Himmel in der Ferne aus und wenn er so weiter wuchs, drohte er das Sternenfeuer der Wünsche zu verschlingen. Wohin also sollten sie?
Da wehten die Pusteblumensamen und sangen eine Harmonie: Komm mit uns.
Das Katapult
Es dauerte nicht zwölf Stunden und da krächzte und ächzte das Dorf. Plötzlich erschreckte ein lauter Knall die Zworgs. Aus Muramixes Hütte wuchs eine gläsernde, schäumende Kristallmasse hervor, sie quoll zu allen Seiten heraus und bahnte sich ihren Weg zum Dorfplatz. Die Kristallameisen schafften unterdessen mehr und mehr von glänzenden Zeug heran und füllten es in den Schornstein von Muramix. Muramix aber lallte betrunken von seinen Säften in seinen Bart: "Woher aber nehme ich die letzte Zutat, das Gute?"
Aba Zworg hörte dies und runzelte die Stirn bedenklich, denn das Gute konnten nur die Menschen bringen und das Menschenkind wurde unruhiger.
Aba Zworg stimmte mit Putzbitz den Einsatz des Katapults ab. Dieses nahm Stellung vor dem Dorf und dieses Katapult war so groß, wie das ganze Dorf selbst. Dann rückten die Helferzworgs mit ihren Nussschalenbaggern heran und hoben in der Mitte des Dorfes ein Loch aus. Sie versenkten einen riesigen Kessel in der Mitte vom Dorfplatz, den Muramix sofort mit der schäumenen Kristallmenge füllte.
Mit einem Male donnerte es hinter ihnen und Aba Zworg wendete seinen Blick von Anell, dem Menschenkind, weit in die Ferne. Er erschrak bis in seinen Butterblumenbart hinein. Der dunkle Himmel rückte nun wie als riesige, dunkle Wand vom Horizont her näher. So weit des Auge reichte hatte sich der Horizont verfinstert und das Sternenfeuer dort überlagert.
"Wir müssen los", rief Aba Zworg zu den Zworgs hinunter in die Nacht. Nun wusste er, warum es immer weniger Tag werden wollte. Heute hätte es schon glänzender Vormittag in den Bäumen scheinen sollen und die Zworgs hätten den Tau von den Wäldern und Wiesen abholen müssen. Nun aber sah er, was der dunkle Horizont war, dort stieg eine Geisterarmee aus der Tiefe der Dunkelheit hervor. Es waren schwarze Geister mit so hässlichen Gesichtern, dass man sie nicht länger als eine Sekunde anschauen konnte. Diese Geister er wusste, wenn man ihnen in den Bauch schoss, so starben sie nicht.
Mit unerschrockener Stimme rief Hekares, der mutigste Wächter im Staat "Es sind Traumfänger".
Jeder außer Herakes hatte Angst, wenn er einen Traumfänger sah und von dieser Angst ernährten sich die Traumfänger. Die Träume aßen sie zum Dessert, aber die Angst war das Schlimmere, denn sie ließ einen nicht schlafen und hielten einen ständig in Gedanken. Je näher ein Traumfänger kam, desto größer wurde die Angst und desto stärker der Traumfänger.
"Aulius ruf endlich die Maulwürfe." schrie Aba Zworg.
Aulius nickte, führte seine Hände zusammen und hielt sie ausgestreckt über den Boden. Da bebte die Erde und es schossen tausende von Maulwürfen in einem Kreis um das Dorf hervor und versanken wie Fische im Wasser wieder im Boden. Die Erde bebte, denn die Maulwürfe begannen einen Graben um das Dorf zu schaufeln.
Unterdessen hatte Putzbitz den riesigen Kessel in der Mitte vom Dorf versenkt, der Kessel war mit riesigen Röhren im gesamten Dorf unterirdisch verspannt. Muramix und seine kleinen Helferameisen füllten den Kessel, mit dem nun leicht schwebenden Kristallschaum.
Muramix beschwörte den Schaum "Nun musste nur noch das Gute hinzu kommen" rief Muramix. Er warf Thymian hinein, denn der war für gewöhnlich "gut", wenn man sich krank fühlte. Aber es half nichts. Dann warf er ein scharfes Messer hinein, denn es war "gut", wenn man damit etwas schneiden wollte. Auch das half nichts. Schließlich warf er etwas von dem Geld hinein, dass er einst von den Menschen gesammelt hatte, denn das schien für die Menschen für alles gut zu sein. Aber auch das half nichts.
Woher sollte er nur das Gute nehmen? Nimm das Tränenwasser vom Menschenkind rief Aba Zworg hinab. Muramix nahm also das Tränenwasser vom Menschenkind, das ihren Dorfsee füllte. Es hatte unendlich lange geweint. Tränen aber, fiel ihm ein, standen für das Gute, sie standen für das Mitgefühl und für die Fähigkeit, der Welt Empfindung zu geben, die Welt eins zu machen.
Das Wasser versteinerte den Schaum im Kessel schlagartig und ein Kristall hob mit immer stärker werdender Gewalt das Dorf an. Dann mit einem knarrenden Ruck, als ob sich ein Baum plötzlich gierig zu Boden nach Wasser bückte, hob sich das Dorf vor dem Tal. Auliuses Heer der Tiere bockte auf, als vor ihnen das Dorf aus dem Boden riss und die Erde beben ließ, als ob ein Komet in das Tal geschlagen war. Die Maulwürfe hatten das Dorf freigeschaufelt und es ächzte mit dem tosenden Geräusch einer Gerölllawine in die Lüfte. Gut einen Menschen über dem Boden blieb es in der Luft hängen.
Aba Zworg stand auf seinem Turm und er hielt das Menschenbaby auf dem Arm, dass mit aufgerissenen Augen nun auch in die Ferne sah. Die Geister schossen mit immer schnellerer Geschwindigkeit wie Raketen heran.
"Sie wollen unsere Träume rief er, wir müssen zum Traumschmied in den Niederungen von Dandelion, wo immer das auch ist. Wir müssen fragen, warum es neuerdings so viele Traumfänger sein können. Wir werden den Pusteblumensamen folgen, denn wenn ein Kind von Pusteblumensamen gebracht wird, dann sollen wir wohl auch mit ihnen ziehen."
Aulius nickte, doch erst musste doch die Geisterarmee besiegt werden und wies sein Herr an, sich bereit zu machen. Wie Hekares freute er sich auf den Kampf, aber er wusste, dass sie gegen die Traumfänger keine Chance hatten. Dennoch er rief nochmals alle Tiere vom Wald zu Hilfe.
Die Geister brausten heran, sie waren fast beim Dorf und ihr Heulen fegte durch die Bäume. "Wir schaffen es nicht" riefen die Zworgs und gerieten in Panik. Sie rannten wild wie ein Sack Hummeln durcheinander. Wenn die Traumfänger ihnen ihre Träume nahmen, dann würden sie auf der Stelle vergehen, wie ein Blatt, das von den Bäumen fällt. Die Angst breitete sich aus und das machte die Traumfänger nur noch wütender und schneller.
Hekares ritt auf Zerebrus, dem schnellsten Hamster des Universums und Aulius blies in sein Horn zum Angriff. Die Armee der Tiere schoss mit verbundenen Augen auf die Geister los und die Geister wie Raketen auf die Zworgenarmee. Wellensittiche flatterten hektisch und tausende von Hamster drängten in das Tal. Mäuse, Hunde zogen das Dorf wie von Sinnen und machten dabei einen Lärm wie beim Urknall.
"Wir sind zu langsam" rief Aba Zworg zu Hekares. Hekares wunderte sich: Der kann es ja nicht abwarten in die Schlacht zu ziehen. Da rief Aulius die Adler, die schneller als der Wind flogen. Viele, weitere Wächter-Zworgs blieben hinter den Tieren an der Grenze des Dorfes. Hekares und Aulius wussten, das Dorf sollte in die Geister einschlagen wie eine Bombe und dann würden sie schon gewinnen.
Aulius und Hekares ritten voran und die Armee der Tiere zog das Dorf mit brausender Geschwindigkeit den Hang hinab. Von der anderen Seite des Tales donnerten nun die Geister den Hang ihnen entgegen. Im Tal würde es ein fürchterliches Zusammentreffen geben. Die Hasen waren nun auch gekommen und zogen schnell wie der Blitze, riesige Schwärme von Vögeln kreischten und rissen das Dorf in die Tiefe. Das Dorf und die Geister kamen immer näher. Da rief Aba Zworg:
"Macht die Kanonen bereit. Aurius und Hekares mach dich und deine Wächter bereit die Seile mit euren Schwertern durchzuschlagen und die Tiere loszulassen. Aber nicht eure eigenen."
Aurius nickte, doch Hekares entfesselt vor Mut hörte nicht mehr. Er würde als erster sterben, so dachte er. Muramix zündete die brennende Lunte der Kanonen. Das ganze Dorf und die Armee von Tieren stürzte wie eine lebendige Lawine in das Tal.
Es war ein fürchterliches Bild. Der gesamte Berg war mit Geistern auf der einen Seite bedeckt. Sie waren bald im Tal. Auf der anderen Seite wälzten die Tiere heran, allen voran Hekares und Aulius, beide schneller als Kanonenkugeln fliegen konnten.
Da rief Aba Zworg: "Schlagt die Seile durch." Hekares signalisierte den Wächtern alle Seile zu den Tieren kappen, bis auf Auriuses Seil. Sein eigenes aber durchschlug er. Aurius sah sofort, dass er sein Seil nicht gekappt hatte und rief laut "Hekares", er ritt in seine Richtung, um ihn noch zu erfassen, denn mittlweile wusste er, was passierte.
Die Geister aber verschmolzen und wurden ein Geist. Dieser öffnete seinen Maul, so groß, dass sie mit einem Schlag die gesamten Armee und den Berg verschlingen würden. Hekares wusste, dass es aussichtlos war, aber er hatte keine Angst und war schon fast im Rachen des Geistes. Ohne Angst hielt er sein Schwert in Richtung Rachen.
Das Maul des Traumfängers wurde nun so groß, dass bereits das gesamte Dorf in ihm war und er begann langsam das Maul zu schließen. Aurius war nun nahe daran Herakes zu fassen. Da zündeten endlich die Kanonen. Herakes wusste nicht, was geschah, die Hand von Aurius griff ins Leere, denn mit einem schlagartigen, peitschenartigen, blitzartigen Ruck wurde Aurius aus dem Maul der Geister gerissen und das Dorf schoß auf einen Satz schneller als der Schall in die andere Richtung. Jetzt spürten die Zworgs, was Aba Zworgs Plan war. Das Dorf war in das riesige Katapult von Putzbitz eingespannt und mit einem Ruck katapultiere es das Dorf in Richtung Baumkronen des Berges zurück, die Kanonen befeuerten die Geschwindigkeit...
Das Dorf von der Größe einer Waldlichtung schoss in Richtung Horizont schneller als der Schall, schneller als das Licht in den Horizont davon. Sie waren den Traumfängern entkommen, und Hekares blieb zurück.
Erstes Ende
Aba Zworg wusste: Das Dorf konnte natürlich nicht sehr hoch fliegen. Nicht nur, dass sie von Menschen hätten gesehen werden können und sich das ganze Dorf in Natur aufgelöst hätte, ein ganzes Dorf von der Größe eines Feldwaldes konnte nicht für Monate über in die Höhen steigen.
Urula verstand und sagte zu ihm: "Geh du nur! Ich muss herausfinden, was es mit diesem Drachen auf sich hat. Ich will zu den dunklen Horizonten aufbrechen. Aber ich fürchte es ist...
"Sprich nicht seinen Namen" unterbrach Aba und im gleichen Atemzug rauschte der Wind heulend durch die Bäume:
"Wir wollen nicht, dass er seinen Namen hört, denn er hört ihn durch alle Welten hindurch und wir sollten diesen Teufel nicht in Flammenschrift an die Wände malen."
Kaum hatte Aba den Satz beendet, da war Urula schon auf ihrer dreckigen Taube in die Lüfte gestiegen. Aba Zworg sah wie sie Richtung des dunklen Horizonts flog und schaute dann hoch zu den Sternen.
"Beim großen Einhornsternenstaub, ich muss zu Putzbitz!" murmelte er noch einmal.
Putzbitz, der große Konstrukteur
Putzbitz erdachte alle möglichen Konstruktionen, indem er den Zauber der Welt für sich zu Nutze machte. Zudem wusste niemand mehr wie Putzbitzzworg aussah, denn vor 200 Jahren war er in diesen Roboter gestiegen. Dieses Ungetüm aus fein zusammengedrehten, gelenkigen, nie austrocknenden Blättern hatte allerlei Arme, genauso viele Arme wie ein Tausendfüßler Füße hat. Mit diesen Armen baute und schraubte Putzbitz den ganzen Tag an mehreren Konstruktionen gleichzeitig.
Aba trat also in seinen Maschinenjungel. Er strich ein paar Lianenkabel beiseite und rief und erzählte Putzbitz das Problem. Dieser aber entgegnete in seiner eigenen Art durch seine roboterartige Stimme:
"Ich habe keinen Krieg mehr in mir. Weder mit Göttern, noch mit Menschen. Ich baue an einer Maschine, die keinen Sinn mehr hat, außer eine Maschine in Vollendung zu sein, besser als diese Welt."
Da stolperte sein Assistent Krodozu in die Halle aus Blattwerk- und Holzmaschinen. Er stieß ein paar Gerätschaften um, die sich sofort in Flammen entzündeten. Die automatischen Wasserwerfer löschten das Feuer sofor, aber Putzbitz veränderte schlagartig sein Wesen in Wut auf seinen ewig tollpatschigen Assistenten.
"Himmel-Ar und Zwirn, beim Bleischei der Einhörner, warum habe ich dich nur als Assistenten."
Aba wusste, dass Putzbitz mehr als ein Maschinenkonstrukteur war. Er wollte sich das Antlitz eines genialen Wissenschaftlers geben, der nur für die Maschinen lebte und ihre Schönheit entdecken wollte. Dennoch war er niemals ganz Maschine geworden, er hatte dies nur um seine schreckliche Vergangenheit zu verarbeiten. Er glaubte als Roboter würde er seine Gefühle überwinden und vergessen können. Aba Zworg erinnerte ihn daher an ein Versprechen:
"Du weißt doch noch, was du mir damals auf den Anoa-Höhen versprochen hattest, als ich dir..."
Putzbitz unterbrach ihn:
"Bitte, erinnere mich nicht an eine vergangene Zeit, die nur Leid bedeutet. Wir haben damals viel verloren und wir werden es wieder. Dennoch weißt du, dass ich ein Versprechen nicht brechen kann."
Aba führte weiter aus: "Und du weißt auch, welchen Plan für damals ersannen, falls etwas ähnliches wieder geschehen würde. Wie weit bist du mit den Vorbereitungen?"
"Wir sind bereit entgegnete er" und winkte Kroduzu herüber.
Eine gute Idee, denn die Zworgs konnten nicht wieder ohne ihre Heimat gehen. Sie waren einst von den Menschen aus den meisten Gefilden vertrieben worden. Jeder Zworg hatte damals Land so groß wie ein Land. Doch dann als die Menschen kamen, da mussten sie gehen, weil bekam ein Mensch einen Zworg zu Gesicht, so konnte es passieren, dass sich der Zworg sogleich in die Winde der Natur auflöste. Denn genau benommen waren die Zworgs die Natur oder noch genauer das Prinzip der Bewegung, was Natur ist. Menschen aber waren zuweilen unberechenbar und zerstörten diese Natur mit Freiheit, obwohl Freiheit eigentlich auch Natur war. Irgendwie aber, und das verstand Aba Zworg nie so richtig, fielen die Menschen immer wieder innerlich in Streit und diesen Streit trugen sie in die Welt.
"Baue auch ein Katapult, eines der größten Katapulte, die du bisher gebaut hast." sagte er zu Putzbitz.
Putzbitz wollte nicht daran denken, dass die Zworgs wirklich Waffen bauen sollten, denn er war ein Liebhaber der Harmonie, aber zurück in der Werkstatt tat er, wie ihm geheißen. Er rief Muramix, den Dorfalchemisten. Muramix wusste, wie man das Gestein und die Säfte der Natur vermischt, doch er war sehr geheimnisvoll und er tüfftelte immer über seinen Zaubertränken. Einmal hatte er einen Fehler gemacht, seitdem war seine rechte Körperhälfte unsichtbar und die andere Hälfte grün wie eine rote Kuh. Farbenblind war er dabei übrigens auch geworden. Muramix schickte die fleißigen Kristallameisen los die Zutaten für Schwebekristalle zu sammeln und Putzbitz machte sich auf in den Wald, um das Katapult zu bauen.
Deswegen ging Aba Zwarg zu Aulius ins Tal hinter dem Dorf. Aulius hatte ein rauhes, kantiges Gesicht, denn sein Gesicht war aus Felsen gemacht. Er war der Meister der Steine und einer der letzten Erd-Krieger. Er war aus Stein, weil Steine alles beschützen. Sie waren, sind und werden die verlässlichsten Dinge der Welt sein. Zudem hatte er auch wie Steine keine Angst.
"Ein Kampf für die Welt..." sprach er mit Pathos "davon habe ich immer geträumt. Ich will zeigen, dass ich das verlässlichste Element von allen bilde: Die Erde!"
Aba Zworg runzelte die Stirn, aber er befahl, dass sich für den Start die Wächterzworg formieren sollten. Da jaulte der gepanzerte Hamster von Aulius auf und Aulius ritt los, um das Kleintierreich zu versammeln.
Als erstes sprach Auliaus zu Hekares dem Herr der Tugenden, einem Krieger des Schattens und einem Schleicher: "Wir werden heute eine große Schlacht kämpfen." Hekares rieb sich die Hände, dabei hatten die Zworgs noch nie eine Schlacht geschlagen.
Beide gingen zum Herr. Ihre Wächter-Zworgs bestiegen sogleich Hunde, Meerschweinchen, Wellensittiche, Feldmäuse, Fledermäuse, Hamster und alles Getier, was sich einigermaßen miteinander vertrug. Zudem machten sich die Bienenreiter auf den Weg und versammelten sich im Tal. Es war eine Armee der Tiere die nicht mit Zügellosigkeit drohten anderen Tiere zu verspeisen wie zum Beispiel Menschen.
Schon ritten alle in riesigen Formationen und füllten das gesamte Tal hinter dem Dorf. Aba Zworg blickte vom Turm mit dem Pusteblumenkind auf dem Arm hinab und er dachte über sein Zworgenvolk nach:
Wie alle magischen Wesen waren die Zworgs schon immer in der Welt gewesen. Sie waren die Seele der Natur und hielten seit langem ihr Gleichgewicht, jenes Gleichgewicht, das für alle Lebewesen Leben bedeutete. Nachdem das große Einhorn der Welt die Wünsche gegeben hatte, brachten die Zworgs den Seelen Bewegung, und den hoffenden Seelen den Ausgleich und Trost. Ja, sie brauchten Ausgleich und Trost damit sie vor Wünschen nicht vergingen.
Ohne die Zworgs wäre die Welt in Traurigkeit verloren und Aba Zworg wollte aus diesem Grund in keinen Krieg, denn der Krieg war das Gegenteil der guten Hoffnung.
Er hoffte, dass bei dem großen Einhorn diese Welt ihnen noch Schutz bieten würde. Und er erinnerte sich an die Worte des großen Einhorns "Fantasia": "Solange Menschen Wünsche haben, seid ihr das Prinzip des Ausgleichs und so lange gibt es keine Einsamkeit". Doch Aba Zworg hatte schon seit langem das Gefühl, dass der dunkle Horizont größer wurde und die Wünsche durch Gier ersetzt wurden. Vielleicht war diese Welt doch nicht ewig, wie es einst das große Einhorn voraussagte. Vielleicht war die Welt doch nicht ewig so wie er schon immer lebte,
Da blickte Aba Zworg wieder in den Horizon und das Menschenkind begann zu schluchzen. Wie Gier breitete sich der dunkle Himmel in der Ferne aus und wenn er so weiter wuchs, drohte er das Sternenfeuer der Wünsche zu verschlingen. Wohin also sollten sie?
Da wehten die Pusteblumensamen und sangen eine Harmonie: Komm mit uns.
Das Katapult
Es dauerte nicht zwölf Stunden und da krächzte und ächzte das Dorf. Plötzlich erschreckte ein lauter Knall die Zworgs. Aus Muramixes Hütte wuchs eine gläsernde, schäumende Kristallmasse hervor, sie quoll zu allen Seiten heraus und bahnte sich ihren Weg zum Dorfplatz. Die Kristallameisen schafften unterdessen mehr und mehr von glänzenden Zeug heran und füllten es in den Schornstein von Muramix. Muramix aber lallte betrunken von seinen Säften in seinen Bart: "Woher aber nehme ich die letzte Zutat, das Gute?"
Aba Zworg hörte dies und runzelte die Stirn bedenklich, denn das Gute konnten nur die Menschen bringen und das Menschenkind wurde unruhiger.
Aba Zworg stimmte mit Putzbitz den Einsatz des Katapults ab. Dieses nahm Stellung vor dem Dorf und dieses Katapult war so groß, wie das ganze Dorf selbst. Dann rückten die Helferzworgs mit ihren Nussschalenbaggern heran und hoben in der Mitte des Dorfes ein Loch aus. Sie versenkten einen riesigen Kessel in der Mitte vom Dorfplatz, den Muramix sofort mit der schäumenen Kristallmenge füllte.
Mit einem Male donnerte es hinter ihnen und Aba Zworg wendete seinen Blick von Anell, dem Menschenkind, weit in die Ferne. Er erschrak bis in seinen Butterblumenbart hinein. Der dunkle Himmel rückte nun wie als riesige, dunkle Wand vom Horizont her näher. So weit des Auge reichte hatte sich der Horizont verfinstert und das Sternenfeuer dort überlagert.
"Wir müssen los", rief Aba Zworg zu den Zworgs hinunter in die Nacht. Nun wusste er, warum es immer weniger Tag werden wollte. Heute hätte es schon glänzender Vormittag in den Bäumen scheinen sollen und die Zworgs hätten den Tau von den Wäldern und Wiesen abholen müssen. Nun aber sah er, was der dunkle Horizont war, dort stieg eine Geisterarmee aus der Tiefe der Dunkelheit hervor. Es waren schwarze Geister mit so hässlichen Gesichtern, dass man sie nicht länger als eine Sekunde anschauen konnte. Diese Geister er wusste, wenn man ihnen in den Bauch schoss, so starben sie nicht.
Mit unerschrockener Stimme rief Hekares, der mutigste Wächter im Staat "Es sind Traumfänger".
Jeder außer Herakes hatte Angst, wenn er einen Traumfänger sah und von dieser Angst ernährten sich die Traumfänger. Die Träume aßen sie zum Dessert, aber die Angst war das Schlimmere, denn sie ließ einen nicht schlafen und hielten einen ständig in Gedanken. Je näher ein Traumfänger kam, desto größer wurde die Angst und desto stärker der Traumfänger.
"Aulius ruf endlich die Maulwürfe." schrie Aba Zworg.
Aulius nickte, führte seine Hände zusammen und hielt sie ausgestreckt über den Boden. Da bebte die Erde und es schossen tausende von Maulwürfen in einem Kreis um das Dorf hervor und versanken wie Fische im Wasser wieder im Boden. Die Erde bebte, denn die Maulwürfe begannen einen Graben um das Dorf zu schaufeln.
Unterdessen hatte Putzbitz den riesigen Kessel in der Mitte vom Dorf versenkt, der Kessel war mit riesigen Röhren im gesamten Dorf unterirdisch verspannt. Muramix und seine kleinen Helferameisen füllten den Kessel, mit dem nun leicht schwebenden Kristallschaum.
Muramix beschwörte den Schaum "Nun musste nur noch das Gute hinzu kommen" rief Muramix. Er warf Thymian hinein, denn der war für gewöhnlich "gut", wenn man sich krank fühlte. Aber es half nichts. Dann warf er ein scharfes Messer hinein, denn es war "gut", wenn man damit etwas schneiden wollte. Auch das half nichts. Schließlich warf er etwas von dem Geld hinein, dass er einst von den Menschen gesammelt hatte, denn das schien für die Menschen für alles gut zu sein. Aber auch das half nichts.
Woher sollte er nur das Gute nehmen? Nimm das Tränenwasser vom Menschenkind rief Aba Zworg hinab. Muramix nahm also das Tränenwasser vom Menschenkind, das ihren Dorfsee füllte. Es hatte unendlich lange geweint. Tränen aber, fiel ihm ein, standen für das Gute, sie standen für das Mitgefühl und für die Fähigkeit, der Welt Empfindung zu geben, die Welt eins zu machen.
Das Wasser versteinerte den Schaum im Kessel schlagartig und ein Kristall hob mit immer stärker werdender Gewalt das Dorf an. Dann mit einem knarrenden Ruck, als ob sich ein Baum plötzlich gierig zu Boden nach Wasser bückte, hob sich das Dorf vor dem Tal. Auliuses Heer der Tiere bockte auf, als vor ihnen das Dorf aus dem Boden riss und die Erde beben ließ, als ob ein Komet in das Tal geschlagen war. Die Maulwürfe hatten das Dorf freigeschaufelt und es ächzte mit dem tosenden Geräusch einer Gerölllawine in die Lüfte. Gut einen Menschen über dem Boden blieb es in der Luft hängen.
Aba Zworg stand auf seinem Turm und er hielt das Menschenbaby auf dem Arm, dass mit aufgerissenen Augen nun auch in die Ferne sah. Die Geister schossen mit immer schnellerer Geschwindigkeit wie Raketen heran.
"Sie wollen unsere Träume rief er, wir müssen zum Traumschmied in den Niederungen von Dandelion, wo immer das auch ist. Wir müssen fragen, warum es neuerdings so viele Traumfänger sein können. Wir werden den Pusteblumensamen folgen, denn wenn ein Kind von Pusteblumensamen gebracht wird, dann sollen wir wohl auch mit ihnen ziehen."
Aulius nickte, doch erst musste doch die Geisterarmee besiegt werden und wies sein Herr an, sich bereit zu machen. Wie Hekares freute er sich auf den Kampf, aber er wusste, dass sie gegen die Traumfänger keine Chance hatten. Dennoch er rief nochmals alle Tiere vom Wald zu Hilfe.
Die Geister brausten heran, sie waren fast beim Dorf und ihr Heulen fegte durch die Bäume. "Wir schaffen es nicht" riefen die Zworgs und gerieten in Panik. Sie rannten wild wie ein Sack Hummeln durcheinander. Wenn die Traumfänger ihnen ihre Träume nahmen, dann würden sie auf der Stelle vergehen, wie ein Blatt, das von den Bäumen fällt. Die Angst breitete sich aus und das machte die Traumfänger nur noch wütender und schneller.
Plözlich jedoch orderte Aba Zworg an, dass Dorf in Richtung Geister zu ziehen und vergewisserte sich bei Putzbitz, ob das Katapult fertig sei, dieser nickte. Hekares fragte: "Wo ist das Katapult?". Aba Zworg aber entgegnete:
"Wir haben keine Zeit mehr. Beordert alle Tiere in Richtung der Traumfängergeister zu ziehen. Und zieht das Dorf mit den Seilen ihnen entgegen. Hekares, du musst voran gehen, denn als Herr der Tugend kennst du keine Angst. Du musst aber allen Tieren, die Augen verbinden, so können ihnen die Geister nichts anhaben. Auf Befehl schlagt ihr die Seile durch, aber ihr dürft auf keinen Fall eure Seile durchschlagen. Hekares und Aurius verstanden nicht, aber taten, was ihnen geheißen ward und verbanden den Tieren die Augen.
"Wir haben keine Zeit mehr. Beordert alle Tiere in Richtung der Traumfängergeister zu ziehen. Und zieht das Dorf mit den Seilen ihnen entgegen. Hekares, du musst voran gehen, denn als Herr der Tugend kennst du keine Angst. Du musst aber allen Tieren, die Augen verbinden, so können ihnen die Geister nichts anhaben. Auf Befehl schlagt ihr die Seile durch, aber ihr dürft auf keinen Fall eure Seile durchschlagen. Hekares und Aurius verstanden nicht, aber taten, was ihnen geheißen ward und verbanden den Tieren die Augen.
Muramix begann unterdessen mit Hilfe von Putzbitz Kanonen am Dorfrand aufzustellen. "Noch mehr Waffen" dachte Putzbitz angespannt und war überhaupt nicht amüsiert.
Hekares ritt auf Zerebrus, dem schnellsten Hamster des Universums und Aulius blies in sein Horn zum Angriff. Die Armee der Tiere schoss mit verbundenen Augen auf die Geister los und die Geister wie Raketen auf die Zworgenarmee. Wellensittiche flatterten hektisch und tausende von Hamster drängten in das Tal. Mäuse, Hunde zogen das Dorf wie von Sinnen und machten dabei einen Lärm wie beim Urknall.
"Wir sind zu langsam" rief Aba Zworg zu Hekares. Hekares wunderte sich: Der kann es ja nicht abwarten in die Schlacht zu ziehen. Da rief Aulius die Adler, die schneller als der Wind flogen. Viele, weitere Wächter-Zworgs blieben hinter den Tieren an der Grenze des Dorfes. Hekares und Aulius wussten, das Dorf sollte in die Geister einschlagen wie eine Bombe und dann würden sie schon gewinnen.
"Macht die Kanonen bereit. Aurius und Hekares mach dich und deine Wächter bereit die Seile mit euren Schwertern durchzuschlagen und die Tiere loszulassen. Aber nicht eure eigenen."
Aurius nickte, doch Hekares entfesselt vor Mut hörte nicht mehr. Er würde als erster sterben, so dachte er. Muramix zündete die brennende Lunte der Kanonen. Das ganze Dorf und die Armee von Tieren stürzte wie eine lebendige Lawine in das Tal.
Es war ein fürchterliches Bild. Der gesamte Berg war mit Geistern auf der einen Seite bedeckt. Sie waren bald im Tal. Auf der anderen Seite wälzten die Tiere heran, allen voran Hekares und Aulius, beide schneller als Kanonenkugeln fliegen konnten.
Da rief Aba Zworg: "Schlagt die Seile durch." Hekares signalisierte den Wächtern alle Seile zu den Tieren kappen, bis auf Auriuses Seil. Sein eigenes aber durchschlug er. Aurius sah sofort, dass er sein Seil nicht gekappt hatte und rief laut "Hekares", er ritt in seine Richtung, um ihn noch zu erfassen, denn mittlweile wusste er, was passierte.
Die Geister aber verschmolzen und wurden ein Geist. Dieser öffnete seinen Maul, so groß, dass sie mit einem Schlag die gesamten Armee und den Berg verschlingen würden. Hekares wusste, dass es aussichtlos war, aber er hatte keine Angst und war schon fast im Rachen des Geistes. Ohne Angst hielt er sein Schwert in Richtung Rachen.
Das Maul des Traumfängers wurde nun so groß, dass bereits das gesamte Dorf in ihm war und er begann langsam das Maul zu schließen. Aurius war nun nahe daran Herakes zu fassen. Da zündeten endlich die Kanonen. Herakes wusste nicht, was geschah, die Hand von Aurius griff ins Leere, denn mit einem schlagartigen, peitschenartigen, blitzartigen Ruck wurde Aurius aus dem Maul der Geister gerissen und das Dorf schoß auf einen Satz schneller als der Schall in die andere Richtung. Jetzt spürten die Zworgs, was Aba Zworgs Plan war. Das Dorf war in das riesige Katapult von Putzbitz eingespannt und mit einem Ruck katapultiere es das Dorf in Richtung Baumkronen des Berges zurück, die Kanonen befeuerten die Geschwindigkeit...
Das Dorf von der Größe einer Waldlichtung schoss in Richtung Horizont schneller als der Schall, schneller als das Licht in den Horizont davon. Sie waren den Traumfängern entkommen, und Hekares blieb zurück.
Erstes Ende
Aba Zworg wusste: Das Dorf konnte natürlich nicht sehr hoch fliegen. Nicht nur, dass sie von Menschen hätten gesehen werden können und sich das ganze Dorf in Natur aufgelöst hätte, ein ganzes Dorf von der Größe eines Feldwaldes konnte nicht für Monate über in die Höhen steigen.
Samstag, 1. November 2014
von dem Wesen der Einhörner
ach liebe Anell, wo soll ich anfangen, ohne dich zu belügen: Würdest du es mir übel nehmen, wenn ich sage, dass es keine Einhörner gibt, dass andere Traumwesen nicht wirklich leben, und dass ich sogar annehme, dass Jesus nicht so real ist, wie die meisten glauben?
Würdest du mich ausschimpfen und böse mit mir sein? Mit dem Fuß aufstampfen und missmutig zurück in dein Zimmer gehen?
In Wirklichkeit gibt es keine Einhörner. Aber warte! Lass mich nochmal anfangen.
In einem fernen, fernen Land, lange, lange vor unserer Zeit, da gab es ein Einhorn. Es hieß Fantasia und es war mit der Welt, als die Welt noch nicht wirklich Welt war. Es war ein großes, anmutiges Einhorn, so schön, wie du es dir nicht vorstellen kannst.
Einst da sprang es auf seine Hinterbeine, und plötzlich da entstand die Erde und da hob es die Hufe hoch, und plötzlich da entstand der Himmel, und es wieherte in die Luft, da entstand die Luft.
Und aus diesem ersten und letzten Einhorn entsprangen alle Wünsche, sie fielen wie die Sterne vom Himmel. Doch es gab keinen Wandel, nur Licht und alles schien hell und klar. Die Welt war strahlend und doch einsam, denn wie es dich nicht gab, gab es niemanden, der die Welt sah.
Die Welt war da, doch in dieser Einsamkeit war sie nicht die Wahrheit.
Das Einhorn spürte die Einsamkeit der Welt. Da flog es auf in den Himmel und verwandelte sich in die Sterne. Mit den Sternen schuf es die Nacht und damit auch den Tag. Den Wandel von Licht und Schatten und der Wunsch des Einhorns wurde die Sonne.
Aus dem Tag und der Nacht entstanden die Welten, die Meere, die Wirklichkeit.
Und mit den Sternen entstanden auch wir mit unseren Wünschen. Jeder Stern leuchtet seitdem für den innersten Wunsch eines jeden von uns. Ja, er leuchtet wie ein Wunsch aus unserer Seele und im nächtlichen Himmel dort siehst du das letzte Einhorn wie es wiehert und seinen Regen aus Phantasie auf dich herabfallen lässt.
Diese Form des Einhorns, dort oben am Himmel, ja sie ist wirklich. Es ist die Form, die in deinen Gedanken ist, wenn du die Augen schließt und daran denkst.
Weil das Einhorn also wirklich war, so war es auch nie geboren. Wie alle magischen Wesen war es schon immer da, und ist mit der Magie aller Dinge um uns herum. Diese magische Welt in ihrer Gegenwart, das sind wir und da horche in dein Herz, dort ist es das letzte Einhorn.
Hörst du wie es ruft, wie es nach den Sternen in dir ruft, wie es mit den Hufen scharrt?
Ende
Wenn du es also in dir hörst, dann muss es auch Einhörner geben. Vielleicht anders als wir Erwachsene uns das vorstellen und so hörst du auch vom Weihnachtsmann, den es in dir gibt. Ihr Kinder hört von einer inneren Wirklichkeit.
Wenn das alles also stimmt, dann können wir die Geschichte vom Einhorn auch erzählen. Aber davon erzählen wir das nächste Mal.
Das Einhorn war nicht erwacht, es war schon dort. Es wusste nicht, wie es hierher gekommen war, es war ihm nicht verwunderlich, aber es gab nur jeden Tag doch keine Nacht. Das Einhorn lebte in
Würdest du mich ausschimpfen und böse mit mir sein? Mit dem Fuß aufstampfen und missmutig zurück in dein Zimmer gehen?
In Wirklichkeit gibt es keine Einhörner. Aber warte! Lass mich nochmal anfangen.
In einem fernen, fernen Land, lange, lange vor unserer Zeit, da gab es ein Einhorn. Es hieß Fantasia und es war mit der Welt, als die Welt noch nicht wirklich Welt war. Es war ein großes, anmutiges Einhorn, so schön, wie du es dir nicht vorstellen kannst.
Einst da sprang es auf seine Hinterbeine, und plötzlich da entstand die Erde und da hob es die Hufe hoch, und plötzlich da entstand der Himmel, und es wieherte in die Luft, da entstand die Luft.
Und aus diesem ersten und letzten Einhorn entsprangen alle Wünsche, sie fielen wie die Sterne vom Himmel. Doch es gab keinen Wandel, nur Licht und alles schien hell und klar. Die Welt war strahlend und doch einsam, denn wie es dich nicht gab, gab es niemanden, der die Welt sah.
Die Welt war da, doch in dieser Einsamkeit war sie nicht die Wahrheit.
Das Einhorn spürte die Einsamkeit der Welt. Da flog es auf in den Himmel und verwandelte sich in die Sterne. Mit den Sternen schuf es die Nacht und damit auch den Tag. Den Wandel von Licht und Schatten und der Wunsch des Einhorns wurde die Sonne.
Aus dem Tag und der Nacht entstanden die Welten, die Meere, die Wirklichkeit.
Und mit den Sternen entstanden auch wir mit unseren Wünschen. Jeder Stern leuchtet seitdem für den innersten Wunsch eines jeden von uns. Ja, er leuchtet wie ein Wunsch aus unserer Seele und im nächtlichen Himmel dort siehst du das letzte Einhorn wie es wiehert und seinen Regen aus Phantasie auf dich herabfallen lässt.
Diese Form des Einhorns, dort oben am Himmel, ja sie ist wirklich. Es ist die Form, die in deinen Gedanken ist, wenn du die Augen schließt und daran denkst.
Weil das Einhorn also wirklich war, so war es auch nie geboren. Wie alle magischen Wesen war es schon immer da, und ist mit der Magie aller Dinge um uns herum. Diese magische Welt in ihrer Gegenwart, das sind wir und da horche in dein Herz, dort ist es das letzte Einhorn.
Hörst du wie es ruft, wie es nach den Sternen in dir ruft, wie es mit den Hufen scharrt?
Ende
Wenn du es also in dir hörst, dann muss es auch Einhörner geben. Vielleicht anders als wir Erwachsene uns das vorstellen und so hörst du auch vom Weihnachtsmann, den es in dir gibt. Ihr Kinder hört von einer inneren Wirklichkeit.
Wenn das alles also stimmt, dann können wir die Geschichte vom Einhorn auch erzählen. Aber davon erzählen wir das nächste Mal.
Das Einhorn war nicht erwacht, es war schon dort. Es wusste nicht, wie es hierher gekommen war, es war ihm nicht verwunderlich, aber es gab nur jeden Tag doch keine Nacht. Das Einhorn lebte in
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